(Aus: Heinrich Dittmar, Der Kinder Lustfeld oder erste belebende Mitteilungen der Mütter, Frankfurt a. M. 1827)

Kinderreim (Nach 1630/32)


Bet´t Kinder, bet´t

Morgen kommt der Schwed

Morgen kommt der Oxenstern

Wird die Kinder beten lern´n

Bet´t Kinder, bet´t


Die Schweden sind gekommen,

Haben alles mitgenommen,

Haben’s Fenster eingeschlagen,

Haben’s Blei davon getragen,

Haben Kugeln daraus gegossen

Und die Bauem erschossen.

Das flüsterten entsetzte Eltern ihren Kindern ins Ohr, seit dem der Schweden-König Gustav II. Adolf durch das Heilige Römische Reich Deutscher Nation zog. 

Der junge Monarch war am 4. Juli 1630 am Ostseestrand Usedoms gelandet und in den folgenden Monaten bis weit nach Süden ins Reich vorgedrungen. 

Dabei hatte er seinen Kanzler Axel Oxenstierna zwar in Stockholm gelassen, ließ sich selber allerdings von 13.000 Söldnern – in der Mehrzahl zu Pferd – begleiten, um sich in den bereits seit zwölf Jahren tobenden Krieg zwischen dem katholischen Kaiser Ferdinand II. und seinen rebellischen evangelischen Fürsten einzumischen.

eigenes Foto
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Jan Ove, Nicolaus, Hermann

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